Aus der Chronik von Landstraßen

Der 6. September 1752 ist der eigentliche Schicksalstag von Landstraßen, denn was sich 1946 abspielte, hatte seinen Ursprung an diesem denkwürdigen Tag. An diesem Tag trafen sich in Klein-Philippsreut die Vertreter der Herrschaft Winterberg und der Herrschaft Wolfstein, um den genauen Grenzverlauf im Hauptvermarktungsprotokoll zwischen beiden Herrschaften festzulegen, "zur Befestigung der Freundschaft und nachbarlichem guten Vernehmen", nachdem man sich vorher lange Zeit befehdete.

Der Flecken zwischen dem "Wagenwasser" - nun als Grenze markiert - und dem Wolfaubach, auf dem sich am 8. November im gleichen Jahr die ersten Siedler niederließen, war also von Anfang an Winterbergisch. Fürst Josef von Schwarzenberg erteilte 15 Familien die Erlaubnis zum Häuserbau. Zunächst nannte man diese Siedlung Moarhäuser (Marchhäuser = Grenzhäuser). Erst acht Jahre später erhielt es den Namen Landstraßen, benannt nach dem alten Säumerweg, dem mittleren goldenen Steig, der von Freyung über Klein-Philippsreut über Kuschwarda nach Winterberg führte und im 18. Jahrhundert ausgebaut wurde.

Die ersten Siedler stammten aus der Winterberger und Krummauer Herrschaft, die die Erlaubnis zum Häuserbau in dem Waldgebiet erhielten. "Die Consignation derjenigen, welche in dem Kuschwarder Gericht und teils an den Passauer Grenzen Ao. 1753 die Stellen zu neuen Häusern ausgewiesen wurden" nennt die 15 Siedler von Landstraßen, die aus der Krummauer und Winterberger Herrschaft kamen:

  1. Nikolaus Springer, Häusler aus Hüblern
  2. Paul Jarosch, Häusler aus Kuschwarda
  3. Josef Schraml, Häusler aus Kuschwarda
  4. Anton Bredl, Häusler aus Kuschwarda
  5. Michael Paulus, Inmann aus Kuschwarda
  6. Blasius Ilg aus Hintring
  7. Franz Paulander aus Hintring
  8. Jakob Peterlik aus Obermoldau
  9. Andreas Schano aus Obermoldau
  10. Veith Wagner aus Obermoldau
  11. Ignaz Holländer aus Obermoldau
  12. Jakob Winer aus Wolfsgrub
  13. Katharina Andraschko aus Leimsgrub
  14. Wenzel Rautmann von den Röhrenhäusern
  15. Johann Marko aus Schreinetschlag